DAS SANIERUNGSGEBIET

Das Sanierungsgebiet "Oranienburg-Innenstadt" umfasst die westlich der Havel gelegene ehemalige barocke Altstadt sowie die im 18. und 19. Jahrhundert zwischen Havel und Bahnlinie entstandene Mittelstadt – das heutige Stadtzentrum. Das Sanierungsgebiet einschließlich je eines Ergänzungs- und Erweiterungsgebietes besitzt eine Gesamtgröße von rd. 52 ha und wurde im Jahr 1991 in das Städtebauförderungsprogramm des Landes Brandenburg aufgenommen. Mit seinen Einzelhandels-, Dienstleistungs-, Bildungs- und Verwaltungseinrichtungen ist das Sanierungsgebiet nicht nur Zentrum der Stadt Oranienburg, es übernimmt auch wichtige Versorgungsfunktionen für das Umland. Darüber hinaus ist es ein attraktiver und nachgefragter Wohnstandort, der mit kleinteiligem Gewerbe durchmischt ist.
 
Herzstück des Sanierungsgebietes ist das Ensemble Schloss – Schlossvorplatz – Schlosspark, das durch die Ausrichtung der Landesgartenschau 2009 einen starken Entwicklungsimpuls und eine grundlegende Überformung erhalten hat. Bis heute trennt die Havel die beiden Teile des Sanierungsgebietes, wichtigste Verbindung ist die neue, nach Süden verlegte Schlossbrücke. Dadurch wurde nicht nur ein verkehrstechnischer Engpass beseitigt, es konnte vor allem dem Oranienburger Schloss ein großzügiger Vorplatz zurückgegeben werden.
 
Während die städtebauliche Struktur der barocken Altstadt weitgehend erhalten geblieben ist, sind aufgrund von Kriegszerstörungen und mangelnder Bauunterhaltung nur noch wenige Einzelgebäude aus dieser Epoche erhalten. Zahlreiche Brachflächen, Baulücken und Neubauten erschweren daher die Wahrnehmung der historischen Stadtanlage.
 
Die Stadterweiterungen des 18. und 19. Jahrhunderts östlich der Havel weisen eine mehr oder weniger orthogonale städtebauliche Struktur auf. Die Blockränder an den Hauptstraßen (Bernauer Straße, Stralsunder Straße, Lehnitzstraße) sind überwiegend geschlossen und weisen eine hohe Dichte an Einzelhandels- und Dienstleistungseinrichtungen auf. Neuordnungsbedarf gibt es hier insbesondere in Randbereichen des Sanierungsgebietes, Bereichen mit aufgelassenen gewerblichen Nutzungen und den Blockinnenbereichen.
 
Die Havel hat trotz der von ihr ausgehenden starken städtebaulichen Zäsur nicht nur trennende Funktion, sie stellt vielmehr eine Verbindung zu dem an die Stadt angrenzenden Landschaftsraum her. Durch die Landesgartenschau 2009 hat auch dieser Bereich eine erhebliche gestalterische und funktionale Aufwertung erfahren.
 
Stadtsanierung in Oranienburg ist wegen der komplexen städtebaulichen Problemlagen und des hohen baulichen Sanierungs- und Neuordnungsbedarfes eine schwierige Aufgabe, die durch den Einsatz von Städtebauförderungsmitteln ermöglicht bzw. wesentlich unterstützt wird.
 

Das Sanierungsgebiet